Koalitionsvertrag zwischen CDU Kelkheim und SPD Kelkheim für die Wahlperiode 2026-2031

Präambel

Kelkheim ist für uns Heimat. Unsere Stadt soll lebenswert, sicher, sozial, finanzierbar und zukunftsfähig bleiben. Wir wollen bewahren, was Kelkheim ausmacht, und besser machen, was nicht funktioniert. Dabei leitet uns der klare Wille, die drängenden Probleme unserer Stadt pragmatisch zu lösen.

Die Fraktionen von CDU und SPD in der Kelkheimer Stadtverordnetenversammlung schließen daher für die Wahlperiode 2026 bis 2031 eine Koalition. Gemeinsam wollen wir Verantwortung übernehmen, Schwerpunkte setzen und Kelkheim weiterentwickeln.

Im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit stehen die Themen, die für viele Kelkheimerinnen und Kelkheimer im Alltag entscheidend sind: starke Vereine und gute Sportstätten, neuer Wohnraum für Familien, sozialer Zusammenhalt, Sicherheit in der Stadtmitte, Ordnung und Sauberkeit im Stadtgebiet, eine funktionierende Verwaltung, verlässliche Kinderbetreuung, wirtschaftliche Stärke, gute Nahversorgung und solide Finanzen.

Kelkheim braucht eine Politik, die Entscheidungen trifft und handelt. Deshalb setzen wir auf ein vertrauensvolles, offenes und konstruktives Miteinander in der Koalition. Zugleich stehen wir für einen respektvollen Umgang mit den übrigen Fraktionen, mit dem Magistrat, mit den Vereinen, den Feuerwehren, den Initiativen und mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt.

Leitend für unser Handeln sind die Bedürfnisse der Breite der Kelkheimerinnen und Kelkheimer. Minderheiten lassen wir dabei nicht aus dem Blick: Inklusion, soziale Gerechtigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Barrierefreiheit – sie bilden die Kriterien, an denen wir unsere Entscheidungen für Kelkheim auch immer wieder messen.

I. Sportstadt Kelkheim

Wir machen Kelkheim zur Sportstadt und stärken den Sport in Kelkheim. Sport schafft Gemeinschaft, stärkt den Zusammenhalt und fördert Kinder und Jugendliche weit über den eigentlichen Trainingsbetrieb hinaus. Auf dem Platz, in der Halle und im Verein lernen junge Menschen Teamgeist, Fairness, Disziplin und Verantwortung. Für ältere Bürgerinnen und Bürger stärkt Sport in Vereinen die Gesundheit und ermöglicht soziale Teilhabe. Deshalb ist eine starke Sportinfrastruktur für uns kein Nebenthema, sondern ein Schwerpunkt kommunaler Politik.

Kelkheim verfügt über ein außergewöhnlich vielfältiges Vereinsleben. Diese Stärke wollen wir erhalten und ausbauen. Die Koalition bekennt sich deshalb klar zu starken Vereinen, zu einer modernen Sportinfrastruktur und zu einer Politik, die das Ehrenamt fördert.

Wir wollen die Rahmenbedingungen für den Vereinssport spürbar verbessern. Dazu gehört eine ehrliche und belastbare Bestandsaufnahme des Bedarfs an Hallen, Sportflächen, Trainingsmöglichkeiten und Funktionsräumen. Auf dieser Grundlage wollen wir die nächsten Schritte zügig einleiten.

Ein neues Sportzentrum bleibt für uns ein zentrales Ziel. Es soll Raum für Vereinssport, Nachwuchsförderung und leistungsfähige Strukturen schaffen. Die Frage des genauen Standorts wird mit der notwendigen Sorgfalt weiter geprüft, der Standort am Engelkreisel bleibt Priorität. Maßstab ist für uns nicht Symbolpolitik, sondern eine Lösung, die dem Sport in Kelkheim wirklich hilft und auf Dauer trägt.

Wir wollen außerdem die Vereinsförderung weiterentwickeln. Ehrenamtliche müssen bei Bürokratie und Digitalisierung entlastet werden. Die Stadt soll die Vereine dort unterstützen, wo moderne Vereinsarbeit heute an Grenzen stößt – etwa bei Verwaltungsaufgaben, digitalen Abläufen und organisatorischen Anforderungen.

Sportstadt Kelkheim heißt für uns aber nicht nur Neubau, sondern auch Pflege und Weiterentwicklung des Bestehenden. Bestehende Sportanlagen müssen funktionsfähig, attraktiv und bedarfsgerecht bleiben. Auch Freibad, Schwimminfrastruktur und weitere öffentliche Freizeitangebote gehören für uns zu einer Stadt, die ihren Bürgerinnen und Bürgern etwas bietet. Bei allen finanziellen Herausforderungen der nächsten Jahre wollen wir diese erhalten.

II. Hornau-West: einmalige Chance zur Stadtgestaltung

HornauWest ist für uns eines der zentralen Zukunftsprojekte dieser Wahlperiode und weit mehr als ein gewöhnliches Baugebiet. Hier verbinden sich neuer Wohnraum, moderne Infrastruktur, leistungsfähiger Brand- und Katastrophenschutz sowie bessere Verkehrswege zu einem städtebaulichen Gesamtprojekt aus einem Guss. In Hornau-West wollen wir ein durchmischtes Quartier mit Einfamilien und Reihenhäusern, Geschosswohnungsbau, bezahlbaren Wohnungen sowie Angeboten für ältere Menschen und generationenübergreifendes Wohnen schaffen. Damit geben wir Familien, Menschen mit mittleren Einkommen und der nächsten Generation die Chance, in Kelkheim zu bleiben.

HornauWest entlastet die bestehende Kernstadt spürbar. Mit der Gagernspange, neuen Rad- und Fußwegen und einer leistungsfähigen Anbindung an den Bahnhof Hornau werden innerstädtische Straßen vom Durchgangsverkehr befreit, Schulwege sicherer und der Alltagsverkehr für viele Kelkheimerinnen und Kelkheimer einfacher. Perspektivisch ermöglicht die verkehrliche Neuordnung zudem bessere Voraussetzungen für einen dichteren Bahntakt. Hornau-West entsteht mit Rücksicht auf die bestehenden Nachbarschaften und die Umgebung.

Ein modernes, gemeinsames Feuerwehr und Katastrophenschutzzentrum ist ein weiterer Schlüsselbaustein dieser Planung. Die heutigen Feuerwehrstandorte stoßen an ihre Grenzen; ein zukunftsfähiger, einsatztaktisch sinnvoller Standort, der auch die Tagesalarmbereitschaft langfristig sichert, ist nur in der Kombination von Hornau-West und Gagernspange realistisch. Mit Hornau-West schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräfte auch in Zukunft schnell, sicher und gut ausgestattet helfen können. Zugleich ist das Projekt solide hinterlegt: Fördermittel von Land und Bund, Programme wie der „Große Frankfurter Bogen“ sowie die Veräußerung der bisherigen Feuerwehrstandorte tragen zur Finanzierung bei. Damit wird Hornau-West zu einer einmaligen Chance, Kelkheim städtebaulich zu ordnen, modernen Wohnraum zu schaffen, die Infrastruktur zu stärken und zugleich verantwortungsvoll mit den Finanzen der Stadt umzugehen.

Dem in diesem Jahr nach erfolgreicher Rechtsprüfung ggf. stattfindenden Bürgerentscheid sehen wir optimistisch entgegen. Als positiv werten wir hier den Ausgang der Kommunalwahl, in der beide Hornau-West befürwortenden Parteien an absoluten Stimmen hinzugewonnen haben.

III. Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit

In der Stadtmitte muss man sich sicher fühlen. Wir wollen das Gefühl der Kelkheimerinnen und Kelkheimer stärken, sich in Kelkheim zuhause, wohl und sicher zu fühlen. Viele Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass öffentliche Räume sauber, ordentlich und sicher sind. Diese Erwartung nehmen wir ernst.

Deshalb wollen wir die Präsenz der Ordnungspolizei weiter stärken. Sichtbarkeit, Ansprechbarkeit und konsequentes Handeln an den richtigen Stellen sind für uns der richtige Weg. Ergänzend wollen wir Beleuchtungskonzepte für dunkle Ecken endlich weiterentwickeln und geeignete ordnungspolitische Maßnahmen regelmäßig prüfen.

Ordnung und Sauberkeit gehören für uns ebenso zu einem guten Stadtbild. Ungepflegte Flächen, Müll und mangelnde Reaktion auf Missstände beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl und die Lebensqualität. Deshalb wollen wir Ordnung und Sauberkeit in Kelkheim zu einer Priorität unserer Arbeit machen.

Der Mängelmelder soll ausgebaut und bürgernäher genutzt werden. Zugleich wollen wir klare Zuständigkeiten schaffen und sichtbare Sauberkeitsmaßnahmen insbesondere in der Stadtmitte weiter stärken.

Feuerwehr und Katastrophenschutz

Unsere Feuerwehrleute sind rund um die Uhr für Kelkheim da. Sie verlassen Familie und Beruf, wenn andere Hilfe brauchen. Sie verdienen gute Ausrüstung, verlässliche Unterstützung und eine Infrastruktur, die ihrer Aufgabe gerecht wird.

CDU und SPD stehen daher zu einem modernen Feuerwehr- und Katastrophenschutzkonzept. Wir wollen die Leistungsfähigkeit unserer Feuerwehren sichern und die Weichen für eine zukunftsfähige Struktur stellen. Für uns ist klar: Unsere Blaulicht-Familie braucht ein modernes und leistungsfähiges Zuhause, das soll sie in Hornau-West finden.

IV. Wohnen und Stadtentwicklung „Bau-Turbo“

Die Koalition bekennt sich zu einem echten ‚Bauturbo‘ für Kelkheim. Ziel ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten spürbar zu beschleunigen und so Wohnungsbau, Infrastrukturprojekte und kommunale Investitionen zügiger auf den Weg zu bringen. Der Magistrat wird beauftragt, alle vorhandenen Spielräume konsequent zu nutzen, Verfahren frühzeitig anzustoßen, Abläufe zu straffen und Doppelprüfungen zu vermeiden. Dazu gehört auch, in enger Abstimmung mit den Fachbehörden von Land und Kreis sowie dem Regionalverband auf praktikable und klar terminierte Verfahren hinzuwirken. Über Fortschritte beim Abbau von Verfahrenslaufzeiten und über konkrete Beschleunigungsmaßnahmen soll der Bürgermeister der Stadtverordnetenversammlung regelmäßig berichten, darauf werden wir hinwirken. Ein Baudesaster wie in der Robert-Koch-Straße in Ruppertshain muss künftig vermieden werden.

Neuer Wohnraum für Familien

Kelkheim braucht neuen Wohnraum. Dieser muss behutsam entwickelt werden, mit Maß und Mitte und mit einer guten Durchmischung der Wohngebiete. Unser Ziel ist es, dass Menschen auch in der nächsten Generation in Kelkheim wohnen bleiben können.

Wir bekennen uns zu neuen Wohnungen in den vorgesehenen Entwicklungsbereichen und zu einer aktiven Stadtentwicklung. Wohnungsbau darf dabei nicht dem Zufall überlassen bleiben. Die Stadt muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass Qualität, soziale Ausgewogenheit und städtebauliche Verträglichkeit zusammenkommen. Das Entstehen von Brennpunkten muss vermieden werden.

Ein angemessener Anteil bezahlbaren Wohnraums bei größeren Neubauprojekten mit 30% bleibt für uns richtig. Diese Wohnungen sollen vor allem denjenigen helfen, die arbeiten, aber sich hohe Mieten immer schwerer leisten können.

Entwicklung mit Maß und Mitte

Wir stehen für eine Stadtentwicklung, die Chancen nutzt, aber Überforderung vermeidet. Das gilt für Dichte, Verkehrsbelastung, Stellplätze, Freiflächen, den Erhalt innerstädtischer Grünflächen und die Einbindung in bestehende Nachbarschaften. Kelkheim soll wachsen können, ohne seinen Charakter zu verlieren.

Die Stadtmitte, die Bahnstraße, die Frankfurter Straße und angrenzende Bereiche sollen gezielt als attraktiver Stadtkern weiterentwickelt werden. Wir wollen Leerstände bekämpfen, neue Nutzungen erleichtern und die Aufenthaltsqualität verbessern. Die Stadtteile Kelkheims sollen gezielt gefördert und aufgewertet werden. Dieses

Ziel verfolgt ein Dorfgemeinschaftsplatz in Ruppertshain, aber auch lang geplante Maßnahmen in Fischbach, die endlich umgesetzt werden sollen.

Statt einer Leerstandssatzung setzen wir auf aktives Leerstandsmanagement, auf Gespräche, auf wirtschaftsfreundliche Lösungen und auf eine Verwaltung, die Entwicklungen nicht nur begleitet, sondern aktiv voranbringt.

Gestaltungssatzung für Kelkheim

Um die Aufenthaltsqualität in der Kelkheimer Stadtmitte nachhaltig zu erhöhen, wollen wir die Einführung einer Gestaltungssatzung für den innerstädtischen Bereich prüfen. Ziel ist es, Fassadengestaltung, Werbeanlagen, Außenflächen und Stadtmöblierung besser aufeinander abzustimmen und so ein attraktives, einladendes Stadtbild zu schaffen, das Handel, Gastronomie und Begegnung fördert. Bei der Erarbeitung eines solchen Regelwerks sollen Eigentümerinnen und Eigentümer, Gewerbetreibende und die Bürgerschaft frühzeitig beteiligt werden, um praktikable, wirtschaftlich vertretbare und rechtssichere Vorgaben zu entwickeln. Auf Basis dieser Prüfungen wird die Stadtverordnetenversammlung entscheiden, ob und in welchem Zuschnitt eine Gestaltungssatzung für die Kelkheimer Innenstadt eingeführt wird.

Entwicklung im Bereich Benzstraße

Für den Bereich Benzstraße gilt für uns ein klarer Grundsatz: Eine überdimensionierte Bebauung an diesem Standort lehnen wir ab, ebenso wie ein Flüchtlingsheim. Wenn dort Wohnraum entstehen soll, dann nur in einer Form, die sich in die Umgebung einfügt und die Nachbarschaft nicht überfordert.

Wir dringen daher auf Nachverhandlungen mit dem Ziel, den Projektumfang deutlich zu reduzieren. Wohnen auf engstem Raum ohne passende Stellplätze und ohne geordnete städtebauliche Einbindung ist mit ordnungsgemäßer Stadtentwicklung nicht vereinbar.

Die Interessen der Nachbarschaft in Münster dürfen nicht aus dem Blick geraten. Sie wollen wir an den anstehenden Entscheidungen aktiv beteiligen.

Mehrgenerationenwohnen

Ein Mehrgenerationenprojekt ist ein sinnvoller Baustein für Kelkheim. Die Realisierung eines Mehrgenerationenhauses werden wir positiv und konstruktiv begleiten, weil hier Jung und Alt unter einem Dach zusammenkommen, Alltag und Unterstützung teilen und so ein lebendiges, solidarisches Stück Kelkheim entstehen kann.

Wir stehen zu diesem Ziel. Ein solches Vorhaben muss wirtschaftlich tragfähig und mit den bestehenden Kriterien aus den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung abgeglichen sein.

Weiterentwicklung der StEG

Zur Stärkung der kommunalen Handlungsmöglichkeiten im Wohnungsbau wollen wir die Weiterentwicklung der StEG (Städtebaulichen Entwicklungsgesellschaft) zu einer leistungsfähigen Wohnbaugesellschaft prüfen. Ziel ist es, mehr fachliche Expertise, professionelle Projektsteuerung und zusätzliche Umsetzungskapazitäten in Kelkheim zu bündeln – vergleichbar mit erfolgreichen Modellen in anderen Städten des Main-Taunus-Kreises. Auf dieser Grundlage soll entschieden werden, ob und in welchem Zuschnitt eine kommunale Wohnbaugesellschaft für Kelkheim ein sinnvoller Baustein einer aktiven, sozial ausgewogenen Stadtentwicklung ist.

V. Verkehr und Mobilität

Wir denken Mobilität nicht einseitig. Für viele Menschen ist das Auto noch immer ein wichtiges Fortbewegungsmittel im Alltag. Deshalb halten wir nichts von einer Anti-Auto-Politik. Lebensqualität heißt für uns auch: ohne unnötigen Stau durch die Stadt kommen und dabei sichere Wege für Kinder an Schulen und Kitas gewährleisten.

Die für den Personenkraftverkehr offene Gagernspange bleibt für uns deshalb ein zentrales Infrastrukturprojekt. Sie soll dazu beitragen, den innerstädtischen Verkehr zu entlasten, Pendlerverkehre besser zu lenken und Schulwege sicherer zu machen. Für viele Bürgerinnen und Bürger aus Fischbach, Ruppertshain und Eppenhain ist eine bessere Anbindung zur Arbeit ein echtes Alltagsthema.

Wir wollen auch Bus und Bahn stärken. Ein dichterer Takt Richtung Frankfurt bleibt unser Ziel. Der Stadtbus als On-Demand-Angebot „Colibri“ soll verlässlich eingeführt und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Direkte Busverbindungen zu Nachbarkommunen wollen wir ausbauen, wo sie sinnvoll sind.

Auch Radverkehr und sichere Fußwege gehören für uns zu einer vernünftigen Mobilitätspolitik. Wir wollen durchgängige und alltagstaugliche Radverbindungen zwischen den Stadtteilen, Verbesserungen an problematischen Querungen und sichere Schulwege. Infrastruktur muss in Kelkheim für alle funktionieren – für Autofahrer, Pendler, Familien, ältere Menschen und Radfahrer.

VI. Kinder, Jugend, Familien und Senioren

Kelkheim soll eine familienfreundliche Stadt bleiben. Dazu gehören bezahlbare und verlässliche Betreuungsangebote, gute Bedingungen für Kinder und Jugendliche sowie unterstützende Strukturen für ältere Menschen.

Die Koalition will den Ausbau von Betreuungsplätzen bedarfsgerecht weiterführen und die Trägervielfalt sichern. Familien sollen sich darauf verlassen können, dass die Stadt bei Kinderbetreuung, Nachmittagsangeboten und familiennaher Infrastruktur handlungsfähig bleibt.

Kinder und Jugendliche brauchen außerdem Orte, an denen sie sich gerne aufhalten. Deshalb wollen wir Spielplätze, Bolzplätze und Jugendarbeit weiterentwickeln. Gerade bei Spiel- und Aufenthaltsflächen wollen wir im Austausch mit Eltern und Nutzern prüfen, wo Verbesserungen konkret notwendig sind. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Sauberkeit und Sicherheit unserer Spielplätze.

Kelkheim braucht eine starke, moderne und wirksame Jugendarbeit, die junge Menschen ernst nimmt und ihnen Raum gibt, sich zu entwickeln. Deshalb wollen wir die offene Kinder- und Jugendarbeit sichern und zielgerichtet weiterentwickeln – mit Angeboten, die nachweislich genutzt werden, Wirkung entfalten und die Lebensrealität junger Menschen treffen.

Auch ältere Menschen sollen in Kelkheim gut und selbstbestimmt leben können. Dazu gehören unterstützende Beratungsangebote und generationenübergreifende Treffpunkte, wo sie sinnvoll und tragfähig sind.

Stadtbücherei und Schwimmbad gehören zum Kern einer lebenswerten Stadt. Diese Einrichtungen werden nicht in Frage gestellt. Das gilt auch in finanziell schwierigen Zeiten.

VII. Wirtschaft und Nahversorgung

Unternehmen schaffen Wohlstand. Unsere Unternehmen, Handwerksbetriebe und Selbständigen sind das Rückgrat des wirtschaftlichen Lebens in Kelkheim. Sie investieren in unsere Stadt, schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze und tragen Verantwortung weit über den eigenen Betrieb hinaus.

Wir wollen, dass in Kelkheim ein wirtschaftsfreundliches Klima herrscht. Genehmigungen sollen vereinfacht, Verfahren beschleunigt und Entwicklungen konstruktiv begleitet werden. Die Stadt soll möglich machen statt ausbremsen. Um sicherzustellen, dass bei städtischen Ausschreibungen Kelkheimer Unternehmen – soweit rechtlich zulässig – zum Zuge kommen, muss noch besser als bisher gewährleistet sein, dass diese Unternehmen auf entsprechende Ausschreibungen hingewiesen werden.

Wir wollen die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Münster-Süd. Kelkheimer Unternehmen brauchen Perspektiven für Wachstum und Entwicklung. Wo neue Flächen sinnvoll, angebunden und verträglich darstellbar sind, wollen wir diese ermöglichen.

Bei der Nahversorgung setzen wir auf Einkaufen um die Ecke statt auf unnötige Fahrten quer durch die Stadt. Deshalb bleibt ein Supermarkt für Münster ein klares Ziel. Ebenso wollen wir für Ruppertshain und Eppenhain die Voraussetzungen für eine bessere Nahversorgung schaffen, etwa durch einen Mini-Supermarkt oder andere praktikable Modelle.

VIII. Klima, Umwelt und Wasser

Wir bekennen uns zu einer nachhaltigen Entwicklung Kelkheims. Klimaschutz, Umwelt- und Ressourcenschutz gehören zu den Aufgaben einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik und zur Bewahrung der Schöpfung. Gleichzeitig gilt für uns: Maßnahmen müssen wirksam, bezahlbar und vernünftig sein.

Wir wollen in der Klimafolgenanpassung den Schutz bei Hochwasser- und Starkregenvorsorge weiter voranbringen. Renaturierungen und Rückhaltemaßnahmen bleiben dabei wichtige Bausteine.

Auch der sorgsame Umgang mit Trinkwasser ist für uns ein zentrales Thema. Die Sicherung und Modernisierung der Wasserversorgung ist eine Daueraufgabe, der wir uns mit der nötigen Ernsthaftigkeit widmen werden.

Beim Klimaschutz setzen wir auf praktikable Lösungen statt auf ideologische Luftschlösser. Kelkheim braucht ambitionierte Fortschritte, aber mit Augenmaß, nicht mit Symbolpolitik um ihrer selbst willen.

IX. Verwaltung, Digitalisierung und Finanzen Schlankere Verwaltung

Die Stadtverwaltung muss effizient, bürgernah und leistungsfähig sein. CDU und SPD wollen eine effiziente und schlanke Verwaltung, die sich auf ihre Kernaufgaben konzentriert und die vorhandenen Ressourcen besser nutzt.

Vor der Schaffung zusätzlicher Stellen muss noch konsequenter geprüft werden, ob Aufgaben durch bessere Organisation, Digitalisierung oder interkommunale Zusammenarbeit wirtschaftlicher und schneller erledigt werden können. Gerade die interkommunale Zusammenarbeit bietet Chancen, Leistungen zu sichern und gleichzeitig Kosten zu begrenzen.

Digitalisierung statt Bürokratisierung

Anträge, Anmeldungen und Auskünfte sollen möglichst serviceorientiert online erledigt werden können. Digitale Verwaltungsangebote sind für uns kein Selbstzweck, sondern ein Beitrag dazu, das Leben der Kelkheimerinnen und Kelkheimer einfacher zu machen. Wo Digitalisierung Abläufe verbessern kann, wollen wir sie nutzen.

Starke Haushaltsdisziplin

Eine starke Haushaltsdisziplin ist für diese Koalition unverzichtbar. Wir sind in der Pflicht, mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger verantwortungsbewusst und sparsam umzugehen – gerade in Zeiten knapper kommunaler Kassen.

Das bedeutet für uns: klare Prioritäten setzen, Ausgaben kritisch hinterfragen und sparen, wo es geht. Nicht jedes wünschenswerte Projekt ist automatisch finanzierbar. Wir werden deshalb den Mut haben, Vorhaben auch zurückzustellen oder zu streichen, wenn sie den Haushalt überfordern oder nicht zu unseren Schwerpunkten gehören.

Weitere Erhöhungen von Grundsteuer und Gewerbesteuer dürfen nicht die Folge mangelnder Disziplin sein. Schuldenaufnahme kommt für uns nur dort in Betracht, wo sie mit langfristigen Investitionen, Innovationen und interkommunaler Zusammenarbeit verbunden ist.

Auch städtische Strukturen, Gesellschaften und Beteiligungen wollen wir auf Effizienz und Zielerreichung überprüfen. Haushaltsklarheit und Haushaltswahrheit sind für uns keine Schlagworte, sondern verbindliche Maßstäbe.

Evaluation überörtlicher Initiativen

Beim Beitritt zu überörtlichen Initiativen und Netzwerken wollen wir einen klaren Kurs fahren: Es wird keine neuen Beitritte geben, solange Nutzen, Kosten und Aufwand nicht eindeutig zugunsten Kelkheims sprechen. Bestehende Mitgliedschaften werden wir regelmäßig evaluieren, ihren konkreten Mehrwert für unsere Stadt transparent bewerten und dort Konsequenzen ziehen, wo Ziele nicht erreicht oder Ressourcen unverhältnismäßig gebunden werden. So sichern wir, dass überörtliche Engagements messbar zum Fortschritt Kelkheims beitragen und nicht zur reinen Symbolpolitik werden.

X. Arbeitsweise und Personal

CDU und SPD setzen auf ein vertrauensvolles, offenes und konstruktives Miteinander. Ziel ist eine verlässliche Zusammenarbeit, in der Kompromisse vor Abstimmungen in den städtischen Gremien gefunden werden und die Koalition nach außen ein geschlossenes Bild abgibt.

Neue Themen, die in diesem Vertrag nicht ausdrücklich geregelt sind, wollen wir partnerschaftlich beraten und im Geist dieser Vereinbarung entscheiden. Die Koalitionsvereinbarung soll regelmäßig gemeinsam evaluiert und bei Bedarf konkretisiert werden.

Die Koalitionspartner unterstützen sich in Personalfragen. CDU und SPD unterstützen den Ersten Stadtrat Dirk Hofmann bei seiner fortzusetzenden Arbeit sowie die erneute Wahl von Julia Ostrowicki zur Stadtverordnetenvorsteherin.

Darüber hinaus ist es Ziel der Koalition, in 2027 den Bürgermeister zu stellen. Wir wollen so unseren Koalitionsvertrag auch über die Zusammenarbeit mit dem Hauptamt noch besser in die Umsetzung bringen. Die entsprechenden Personalvorschläge sollen das Kräfteverhältnis der Koalitionspartner abbilden.

Sicherheit.  Landschaftsschutz.  Familien.  Wirtschaft.  Vereine.


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